Manchmal bedarf es einfach an Entscheidungen

Berlin. Die Berliner Alternative Band ADAM TAN steht für emotionale, kompromisslose, authentische Texte und gründete sich im Jahre 2012. Marcus Feder (vocals, guitar), Marvin Schwarz (drums) und Tim Herrmann (bass) legen viel Tiefgang in ihre Rockriffs und verfeinern das Ganze mit anspruchsvollen Texten in einem breiten Spektrum zwischen Liebe und Tod. Nach ihrem Debütalbum „Everything Is Different“ (VÖ 2014), mit dem sie als Support Act von „Royal Republic“ auftraten, folgte nun am 15. Juni 2018 ihr zweites Werk „Ghosts“. Die erste Singleauskoplung aus dem aktuellen Album heißt „Deaf Monologues“ und wurde am 25. Mai 2018 veröffentlicht.  

Vor kurzem stellte ich dem Frontmann Marcus Feder einige Interviewfragen. Manche davon beantwortete er stellvertretend für die anderen Bandmitglieder.

Adam Tan Pressefoto 4

Adam Tan

Wie seid ihr zu eurem Bandnamen gekommen und was bedeutet dieser?

Marcus Feder: „Eigentlich gibt es dazu keine konkrete Geschichte und keinen Hintergrund. Wir haben uns allerdings hier und da mal Geschichten ausgedacht, woher der Name wohl kommen möge. Das Schöne ist, es gibt so viele Adam Tan’s – gerade aus dem Asiatischem Raum, da kann man sich einfach von inspirieren lassen. Unter anderem ist Adam Tan Poledancer – der uns sehr beeinflusst hat. Das ist ein Scherz.“

Eure Releaseshow zu Ghosts musste leider ausfallen, da du krank warst. Wird es eine neue Releaseshow geben? Und geht es dir schon wieder besser?

Marcus Feder: „Ja, leider. Ich hab alles versucht wieder auf die Beine zu kommen, aber es hat nicht geklappt. Ich hatte eine komplette Grippe und Marvin ging es auch nicht gut. Wir haben uns alle irgendwie was Hartes eingefangen. Jedenfalls, ich wäre wahrscheinlich auf der Bühne umgefallen, hätte ich das durchgezogen, und, das Risiko war dann zu hoch.
Wir werden die Show nachholen am 22. September 2018. Leider ist der Release dann zu lange her, um es Release-Show zu nennen. Deshalb lassen wir uns was Nettes einfallen, um den Leuten eine exklusive Show zu bieten!
Mittlerweile sind wir auch wieder fit und fangen jetzt an Dinge aufzuarbeiten, da uns ja knappe drei Wochen fehlen, in denen alles still stand.“

Wie habt ihr euch kennengelernt? Kommt ihr alle ursprünglich aus Berlin? Du hast, glaube ich, schwedische Wurzeln, richtig?

Marcus Feder: „Wir kommen alle aus Berlin, ja.

Das mit den schwedischen Wurzeln ist witzig! Aber ich muss leider alle enttäuschen: ich bin kein Schwede. Ich bin nur riesiger Schweden Fan! Ich mag das Land sehr. Und die schwedischen Frauen. (lacht)

Die Nationalmannschaft auch!

Meine Liebe zu Schweden geht soweit, das unser ehemaliger Bassist mir ein schwedisches Nationaltrikot geschenkt hat. Das müsste so vor 8 Jahren circa gewesen sein. Ich hab mich immer liebevoll „Federsson“ genannt. Eine Adaption meines Nachnamens. Das steht auf dem Trikot! Aber eigentlich entwickelt das gerade nur so eine Eigendynamik wegen der WM! Da spiele ich ein wenig damit, „Schwede“ zu sein.“

Adam Tan gibt es seit 2012. Also noch nicht ganz so lange. Ich hatte gelesen, dass ihr im Prinzip kein genaues Gründungsdatum habt. Wie kommt das?

Marcus Feder: „Hmmm. Das ist schwierig. Wir kennen uns viel länger und haben in diversen Formationen zusammen Musik gemacht. So fällt uns das nicht leicht ein konkretes Jahr anzugeben. Wir haben 2012 gewählt, weil wir dort die „Suicidal Stars “ EP aufgenommen haben und die Platte als Startschuss genommen haben.Ich glaube, das war eigentlich sogar noch früher, allerdings haben wir die Single „Suicidal Stars“ 2012 released. Laut YouTube! (lacht)“

Habt ihr musikalische Vorbilder und mit welcher Band oder Musiker würdet ihr gern mal zusammen arbeiten oder auftreten?

„Auweia. Vorbilder! Keine Ahnung. Zu viele ! Jeder hat irgendwelche Vorbilder oder Einflüsse. Die Frage ist echt schwer zu beantworten. Nur soviel, wir haben alle Lieblingsbands und Musiker. Wir mögen auch alle diverse Genres. Da geht es nicht nur um Gitarrenmusik. Ich höre aktuell die ganzen 187,,Strassenbanden“ Sachen viel. Oder ,,Haftbefehl“. Ich mag „gefährlichen“ Hip Hop. Ich mag auch ,,Zugezogen Maskulin“ – unfassbar gut die Typen.
Dann mögen wir aber auch die Sachen, mit denen wir aufgewachsen sind! Dinge verändern sich aber auch.. früher war Marvin größer „Muse“ Fan zum Beispiel. Auch mochten wir immer sehr die „Queens Of The Stone Age“. Aber die letzen Alben, die da ansatzweise relevant oder spannend waren, liegen so lange zurück, da ist dann die Enttäuschung irgendwann größer, als die Fan Leidenschaft, die man da mal hatte.
Was weiß ich, wie lange ich den Rap-Shit noch cool finde – weißt du?
Also, das ist schwierig irgendwie. Wie gesagt, ich kann jetzt ganz viele Künstler nennen, die wir mögen und cool finden, oder die wir total respektieren, aber dann dauert das hier jetzt zu lange…“

Du erwähntest mal, dass du die Lyrics nie aufschreibst. Ist dir da live oder im Studio noch nie ein Fehler unterlaufen, so dass du den Text spontan abgeändert hast?

Marcus Feder:  „Tatsächlich ist das so! Ich schreibe mit Tim im Studio, oder jeder für sich zu Hause und sobald das Zeug aufgenommen wird, fliegen die ganzen Zettel weg oder die Lyrics versauern irgendwo auf der Festplatte. Ich singe meine Songs genauso, wie Songs aus der Stereoanlage: ich singe einfach mit und freu mich! Mehr ist da nicht. Vielleicht sollte ich mal anfangen zu archivieren. Aber selbst wenn ich was vergesse, höre ich mir die Songs einfach an!“ (lacht)

Ghosts cover

Frontcover des neuen Adam Tan Albums „Ghosts“

Was hat euch zu den Songs eurer neuen Platte inspiriert?

Marcus Feder: „Nur wir selbst. Keine Bands, keine besonderen Ereignisse – das sind einfach nur wir. Klingt jetzt doof, aber wirklich: es gibt keine Klischeeantwort oder lange kitschige Geschichten über einzelne Songs oder die gesamte Platte.
Wir haben im Studio viel gesoffen und so – und ja, wir haben viel Fifa gespielt! Wie die Blöden! Wenn, dann waren das die Einflüsse.“

Seit eurem Debütalbum „Everything Is Different“ bis zu „Ghosts“ sind vier Jahre vergangen. Wolltet ihr euch erst einmal in Ruhe Zeit nehmen für die Songs?

Marcus Feder: „Ja na ja, wenn es nach mir ginge, wären wir viel früher ins Studio. Ich mache dauernd Musik und schreibe neue Songs, von denen ich dann oft dermaßen überzeugt bin, dass es direkt losgehen kann. Leider sind wir zu dritt und ich komme damit meistens nicht durch. (lacht) Ich bin halt sehr begeisterungsfähig und schnell euphorisiert, was neues Zeug angeht. Zugegeben, manchmal zu früh.

Da wir eigentlich demokratisch arbeiten dauern manche Dinge halt länger. Das ist auch oft gut so – aber auch nicht immer der richtige Weg.

Es braucht auch manchmal einfach Entscheidungen. Ich frage mich tatsächlich, wie viele Alben von diversen Bands nicht stattgefunden hätten, weil jeder zu jeder Sekunde eines Songs was zu sagen hat.

Richtig: viele.

Aber sowas ändert sich auch von Zeit zu Zeit. Die Arbeitsweise ändert sich, oder passt sich den temporären Lebenssituationen an.

Vielleicht sind wir dieses mal ja schneller! Im Ernst, ich möchte nicht vier Jahre auf eine neue Veröffentlichung warten.

Allerdings kommt es auch drauf an, was man machen will: wir haben für uns jetzt eigentlich die Entscheidung getroffen, keine Alben mehr zu machen. Ist ja völlig egal, ob ein Album sieben oder 12 Songs hat. Wir haben das Gefühl, wir sollten uns in Zukunft auf viele kleine VÖ’s konzentrieren und diesen Albumgedanken, der nun mal sehr zeitintensiv ist, bei Seite zu legen. Aber, wir werden sehen. Man weiß nie, was kommt und wie lange man als Band besteht.“

Wie lautet die Story zu eurem Musikvideo „Deaf Monologues“?

Marcus Feder: „Wir haben an dem Tag zwei Videos gedreht und das war eines davon.

Die Story zum Video mag ich allerdings nicht erklären. Auch nicht, woher der Fuchs kommt, oder wer der Fuchs ist. Das soll unser Geheimnis bleiben.
Den Song allerdings habe ich zu Hause geschrieben als ich – mal wieder- hart erkältet war. Ich war so am Arsch, das Ding klang wie ein depressiver, sich langsam schleppender, Abschiedssong. Was man halt so macht, wenn man als Mann erkältet ist! (lacht)
Und na ja, im Studio merkten wir dann, dass der Style nicht mehr so aktuell ist. Marvin war auch nicht glücklich mit dem Lied, also machte er den Vorschlag das Ding einfach doppelt so schnell zu spielen.

Dann kam Tim, der im Studio diese wunderbare Taylor Akustikgitarre entdeckt hat, und hat dann ein paar Parts damit gezockt, und irgendwie mit unserem Produzenten kamen wir dann so ans Ziel. Nun ist der Song so, wie er ist. Einzig die Lyrics sind so geblieben und die Melodie.“

Was unterscheidet euch von anderen Alternative Bands?

Marcus Feder: „Ich weiß es nicht. Ich würde die Gelegenheit nutzen wollen um andere Bands zu dissen und zusagen, wie scheiße Bands sein können und daran fest machen, dass wir anders sind.

Da machen wir uns aber weder Freunde mit noch wäre das wohl angemessen. Nachher fangen die Leute an rauszuhauen, wie scheiße wir sind! (lacht)

Spaß bei Seite: Ich weiß es wirklich nicht.

Nur so viel: ich find unsere Bande schon gut und wir wissen was wir können und wir wissen, was wir definitiv nicht machen wollen. Das ist glaube ich schon ok so.

Am Ende sollen das doch die Leute draußen entscheiden: es muss ja einen Grund geben, warum man uns hört, und dieser Grund hebt uns dann automatisch ab von anderen Bands.

Es sei denn, wir wären Hardcore oder so. Da macht man einfach genau das, was alle anderen auch machen und schon ist man super anerkannt.

So scheiße und albern das auch ist, der Szenegedanke und Communitygedanke in manchen Genres ist wichtiger, als sich abzuheben oder von „anderen Bands“ zu unterscheiden.

In unserem Fall geht das nicht.“

Eurer Schlusswort an die Leser. Was möchtet ihr gern mitteilen?

Marcus Feder : „Wir sind Adam Tan! Hört Ghosts! Kauft Ghosts! Besucht unsere Konzerte! Und ganz wichtig: Welt und Universum.“

Interview: Christina Angrabeit

Links:

http://www.adamtan-official.com/

https://www.facebook.com/adam.tan.music/

https://www.instagram.com/adamtanband/

https://itunes.apple.com/us/album/ghosts/1373663560

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