Es gibt keine Grenzen und kein Dresscode in der Musik

10833681_590876641038005_308237974_n

Eugene Rodin ist ein Musiker, Songwriter und Komponist. Stark beeinflusst durch progressive Musik demonstriert er im Soloprojekt seine Vielseitigkeit und eine einzigartige Kreativität als Künstler. Direkt nach der Gründung des Projekts 2012 wurden Vorbereitungen für das Debütalbum „Sense Reconstruction“ begonnen, welches Ende 2013 erschienen ist. Man kennt Eugene bereits von einigen anderen, vorherigen Rock Bands, die ihn als äußert expressiven Musiker kennzeichnen.

Ich sprach mit ihm und den Bandmitgliedern Mario und Chris. Heraus kam ein wirklich sehr ausfürliches und langes Interview. Viel Spaß beim Lesen!

Wie habt ihr Euch kennengelernt und wie kam es zu der Zusammenarbeit?

 Eugene: Mario Ullrich (Bass) habe im Juli 2013 kennengelernt, als ich einen Bassist für mein Projekt und für die Albumproduktion suchte. Er hat sich auf meine Internet-Anzeige gemeldet und nach zwei gemeinsamen Proben sind wir ins Studio gegangen.

Mario: Frustriert von den Bands, in denen ich bisher gespielt habe, beschloss ich mal Stellenanzeigen durchzuschauen. Dann fand ich die Anzeige „Studiomusiker gesucht“. Die Anzeige war schon relativ lang geschaltet und klang von den Anforderungen recht hoch, weshalb ich nicht davon ausging, dass der Posten überhaupt noch frei ist. Trotzdem habe ich eine Bewerbung geschrieben und einen zusammengeschnittenen Demo Track hinzugefügt und auf das Beste gehofft. Ich bekam sehr schnell Antwort, darauf folgte ein Treffen, in dem ich das Material bekam, und drei Wochen später probten wir ein Wochenende vor dem Studio Termin.

Eugene: Ich war und bin immer noch begeistert von seinem Spiel; und Chris Patzak (drums) ist relativ neu in der Band. Im August 2014 suchte ich einen Ersatzdrummer für zwei Gigs. Chris hat mir eine Email geschrieben und wir haben uns im Proberaum verabredet. In der gemeinsamen Probe konnten wir sehr gut miteinander musizieren und uns sehr gut verstehen. Ich und Mario waren total überzeugt.

Chris: Zunächst hatte ich geplant, nur die beiden Auftritte zu spielen, da ich nicht all zu viel Zeit habe. Doch nachdem der erste der beiden Auftritte so gut lief, wollten wir unbedingt zusammen weiter machen.

10833916_590876597704676_375455463_n

Eugene Rodin ist ein außergewöhnlicher Name, ist es dein richtiger Name Eugene, oder ist es dein Künstlername?

Eugene: Ja, das ist mein echter Name. Ich höre oft die Frage, ob ich etwas mit dem Künstler Auguste Rodin zu tun habe (lach). Ich interessiere mich zwar für die Kunst, aber ich bin mit ihm nicht verwandt und das ist ein reiner Zufall.

Eugene, warst du vorher bereits in einer anderen Band?

Ich habe in mehreren Bands mit verschiedenen Richtungen, wioe Soft-Core und Hardcore gespielt, Vor meinem Projekt habe ich in der Band „Human DNA“ gespielt, die sich in die Richtung Metal mit Techno-Elementen bewegte. Aus verschiedenen Gründen kam es zur Bandauflösung und ich habe angefangen, an meinem Soloprojekt und dem Debüt Album zu arbeiten.

Eurer Sound ist sehr einzigartig und hebt sich von Anderen ab. Er klingt nicht nachgemacht oder kopiert und hat einen hohen Erkennungswert. Wollt ihr Euch bewusst von anderen Bands abgrenzen?

Eugene: Ja, natürlich. Ich versuche, meine Musik anders und interessanter zu gestalten, weg von Klischees und Standards der Heavy-Metal-Musik zu gehen und mache viel Gedanken, wie die Songs klingen sollen. Einen Erkennungswert versuche ich dadurch zu erzeugen, dass die Songs meistens keine klare Struktur haben und viele Überraschungen bereiten. Diese Unvorhersehbarkeit macht die Musik viel interessanter, wenn man nicht genau weiß, was kommt. Und wenn Du schon solche Frage stellst, dann ist es mir mehr oder weniger gelungen. (freut sich)

Mario: Man hat eine Vision davon im Kopf wie gewisse Stellen zu klingen haben und welche Emotionen sie transportieren sollen. Der passende Sound dazu entwickelt sich dann ganz natürlich und logisch, wenn das Ergebnis dann einen hohen Wiedererkennungswert hat, ist das ein schöner Nebeneffekt.

Wie würdest Ihr Euren Stil beschreiben? 

Eugene: Den Stil würde ich als „Progressive Metal“ bezeichnen. Heutzutage ist es in der Mode, glaube ich, den Stil als „Mischung aus …“ zu bezeichnen und viele Bands schreiben alles rein, auch die Einflüsse. Man kann natürlich auch viele Einflüsse auf meiner Platte hören, z.B. von Muse, Stone Sour, Serj Tankian, Pantera, sogar auch von Steve Vai und Pink Floyd. Das sind die Bands, die mich während der Arbeit an der Platte inspiriert haben, aber diese Mischung würde ich nicht in die Stilbeschreibung nehmen. Ich mag das nicht und bin der Meinung, dass jede Band wissen soll, was sie genau macht und wo sie hin will. Dies erleichtert zum Teil die Suche nach Zielpublikum.

10815836_590876877704648_2024802653_n

Wer von Euch schreibt die Texte und wie entsteht bei Euch ein Song?

Mario: Eugene ist das textliche und Musikalische „master brain“. Er kommt mit fertigen Songs, die wir dann durchgehen. Natürlich ist da Platz für den eigenen Stil, aber im Kern stehen die Songs.

Eugene: Es ist ein komplexer Prozess. Ich sammle die Ideen auf dem Papier, im Rechner oder im Handy, wenn ich unterwegs bin. Wenn ich merke, dass ich genug Material habe, fange ich an, die Songs aus meinen Entwürfen zu „basteln“. Im Cubase programmiere ich das Schlagzeug und nehme die Gitarre auf. Wenn die Struktur von dem Song steht, schreibe ich die Bassline dazu. Dabei ist es wichtig für mich, 1) eine klare Idee, worum es im Lied gehen soll, und 2) den Songtitel, der das Lied nochmal bestimmt, zu haben. Zu jedem Lied entsteht eine Art von „Videoclip“ bei mir im Kopf und diesem Szenario folge ich. So entsteht eigentlich ein fertiges Lied. Danach gebe ich den Song meinen Bandkollegen.

Chris: Wo ich mich einbringe ist in der Gestaltung des Drummings. Eugene gibt etwas vor, was er im Kopf hat, womit ich anschließend arbeite, einige Sachen ganz übernehme, andere etwas abändere. In den Proben kommt dann jeder mit seinen Ideen zusammen und wir schauen, wie es im Gesamten klingt.

Eugene: so werden die Lieder lebendiger und auch deutlich besser. Der Mario hat z.B. sehr coole Bass-Soli für die Songs „Pulse“ und „Epidemic“ gemacht, die er Live spielt. Chris macht tolle Fills und arbeitet mit Ghostnotes. So was kann man nicht programmieren und ich finde es toll! …letztendlich ich bin kein Drummer und kein Bassist.

„The Liars“ ist Eure aktuelle Single. Was wollt Ihr mit dem Lied vermitteln?

Eugene: Wir wohnen in der Welt, wo die Macht alles entscheidet und solche Leute, die an der Machtposition stehen, entscheiden über das Schicksal der Menschen… Sie sagen, was man essen muss, wie man aussehen muss, was man sagen darf und wie man denken muss. Es wird immer wieder mit der Information manipuliert und die heutige Situation in der Welt wird alternativlos dargestellt.

Die Message ist eigentlich ganz einfach: weg von Massenmedien, denkt über die Sachen nach und analysiert sie selbst, seid alternativ, habt eine eigene Meinung, bleibt ehrlich und vernünftig. Wenn man nachdenkt, kann man immer eine Lösung finden, auch in der schwierigen Situation.

Mario: ich würde mich anschließen und sagen: Traue niemanden, der dir durch ein Display versucht, die Welt zu erklären.

Plant Ihr eine Tour?

Eugene: Ein paar Konzerte stehen schon; ich befinde mich aber im permanenten Dranbleiben und versuche, die Locations deutschlandweit zu kontaktieren. Momentan bin ich auf der Suche nach Bandmanagement und Promo-Agenturen, die die Konzertorganisation übernehmen könnten. Vor allem die Tourorganisation, nimmt immer sehr viel Zeit und Kräfte in Anspruch, so dass man manchmal keine Zeit hat, öfters zu üben und an den Songs zu arbeiten.

Mario: Ich hätte nichts dagegen, auf Tour zu gehen. Mit den Jungs kommt man super gut aus und live zu spielen ist der Grund, warum ich Musik mache.

Gibt es schon Vorbereitungen für ein neues Album?

Eugene: Ich schreibe momentan an den neuen Songs und ein Lied proben wir bereits. Das nächste Album soll eine Fortsetzung des Ersten sein und ich bin selbst gespannt, wo meine Hauptfigur hingeht und wo sie landet. Das Konzept zu entwerfen ist gar nicht so einfach, aber genau das finde ich sehr interessant – man taucht jedes Mal in diese surreale Welt, wenn man die Musik anhört oder wenn man sie Live spielt. Allerdings kann ich nicht genau sagen, wann das neue Album erscheint, aber wie ich schon gesagt habe, ich arbeite daran.

Wie können Fans das aktuelle Album „Sence Recontruction“ erwerben?

Die CD als physischer Dateiträger ist auf meiner offiziellen Webseite www.eugenerodin.de/store und auf Ebay erhältlich. Auf iTunes, Amazon, Saturn und anderen meistgängigen Internetportalen kann man das Album oder auch die einzelnen Songs runterladen. Die Links findet man auch auf meiner Webseite. Ich glaube, wenn man einfach nach meinem Name googelt, kann man alle Infos schnell finden. Ich freue mich immer auf jede Rückmeldung und Bewertung meiner Musik! Das hilft mir sehr, mich weiter zu entwickeln.

Was mögt Ihr überhaupt nicht?

Mario: Der ganze Alkohol, die Drogen und die Frauen. Das kann ganz schön anstrengend sein. (lach)

Chris: Die Frage ist recht allgemein, aber ich versuche mal, mich anzunähern: Spinat, böse Menschen, wenn ich mir den kleinen Zeh anstoße, vor verschlossener Tür zu stehen…

Eugene: Bezogen auf die Musik, meinst Du? – wenn man die Proben als Party sieht; wenn man vor dem Auftritt viel trinkt; die Unzuverlässigkeit und die Arroganz des Künstlers. Und ja, wenn ich mir den kleinen Zeh anstoße (lach)

Was würdet Ihr gern mit Eurer Musik erreichen?

Chris: Etwas klischeehaft, aber wenn nach einem Auftritt nur ein Mensch aus dem Publikum zu uns kommt und sagt, „hier, das war echt geil, ihr macht richtig gute Musik“ – dann bin ich zufrieden, mehr kann man meiner Meinung nach als Musiker nicht erreichen: Menschen mit seiner Musik Freude zu bereiten. Auch wenn es nur einer ist.

Mario: Den Weltfrieden natürlich. Wir würden auch gegen Geld und Ruhm nichts einzuwenden haben, aber man muss da ganz klare Prioritäten setzen!

Eugene: Die Musik ist das, woran ich glaube und womit ich mich mit dem ganzen Herzen beschäftige. Es gibt keine Grenzen, kein Dresscode in der Musik. Manche werden lachen, aber die Musik ist ein verdammt harter Job. Und wenn man von Leuten hört: „Ahh, DAS hast du gemeint… ja, das macht Sinn jetzt“ – das ist die beste Belohnung überhaupt, wenn deine Musik verstanden wird. Denn es bedeutet, du hast deinen Job gut gemacht. Genau das will ich erreichen und erleben.

Vielen Dank für das ausführliche und interessante Interview!

(c) Christina Angrabeit

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s